Weinland Südafrika

Wer einen 2006er Pinot Noir vom südafrikanischen Weingut Hamilton Russel Vineyards probiert, einen Rotwein, den der Wine-Spectator mit 93 von 100 Punkten auszeichnete, den berauscht die Größe dieses Tropfens unmittelbar auf der Zunge. Ein komplexes, fruchtdurchzogenes, fein-würziges Aroma fasziniert den Kenner, der für diesen Genuss durchaus in einem der besten Restaurants der Welt sitzen kann.
Die Beliebtheit der
Das mildwarme Klima, Bokkeveld-Schiefer an den Flusstälern und Granitböden an den Berghängen, schienen dem Holländer ideal für den Weinbau. Er behielt Recht. Sein Nachfolger, Simon van der Stel, holte französische Winzer ins Land.
Noch heute erinnert die Stadt Stellenbosch an diese Zeit und natürlich die Namen großer Marken wie Dieu Donne, La Motte oder La Provence. Im Franschhoek Valley, einem Tal, das nach den Siedlern benannt worden war, reiften auf humusreichem Boden Trauben, aus denen Spitzenweine gekeltert werden konnten, vor allem Weißweine. Dem jungen Weinanbau Südafrikas standen die Erfahrungen aus der zweitausendjährigen Winzergeschichte Frankreichs zur Seite. Als Großbritannien das Kap erreichte – der Kampf um Kolonien war in vollem Gange – stieg der Absatz der Weine enorm, und sie erreichten Europa. Schneller Reichtum für die Weinbauern war die Folge, aber auch nachlassende Qualität.
Als im 19. Jahrhundert die verheerende Reblaus die Weinberge beinahe vernichtete, konnte die in Europa bereits gängige Praxis der Verpfropfung die südafrikanischen Weinbauern vor dem Ruin bewahren. Es kam anschließend zu Überproduktionen, denen 1918 die Gründung der Kooperatieve Wijnbauwers Vereniging van Zuid Afrika (KWV) Einhalt gebot. Dennoch war es stiller geworden um den Wein, zumal man ihn im eigenen Land kaum trank. Erst das Ende der Apartheid in den 1990er Jahren brachte mit der Weltmarktöffnung wieder einen wirtschaftlichen Aufschwung.
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